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KI-Use-Case: Definition, Auswahl und Bewertung

Lesezeit · 3 min

Definition

Ein KI-Use-Case ist ein konkreter Anwendungsfall, in dem KI eine bestimmte Aufgabe im Unternehmen löst und dabei einen messbaren Nutzen stiftet. Er benennt Problem, betroffene Menschen, benötigte Daten und das erwartete Ergebnis. Ein guter Use-Case ist eng genug, um bewertbar zu sein, und wichtig genug, damit sich die Umsetzung lohnt.

Warum der Begriff zählt

Viele KI-Vorhaben bleiben vage, weil niemand den Anwendungsfall sauber beschreibt. Der KI-Use-Case macht aus einer Idee eine prüfbare Aufgabe mit klarem Nutzen. Als neutraler Berater bewerten wir jeden Use-Case nach Wirkung, Datenzugang und Risiko, statt jede Idee gleich zu behandeln. So entsteht eine belastbare Reihenfolge und teure Vorhaben ohne Substanz werden früh aussortiert.

Wann es relevant ist

  • Eine grobe KI-Idee soll auf Tragfähigkeit geprüft werden.
  • Mehrere Vorschläge konkurrieren um dasselbe Budget.
  • Vor einem Piloten braucht es eine klare Erfolgsdefinition.
  • Ein Vorhaben soll mit realistischem Aufwand kalkuliert werden.

Wann nicht

Wenn ein Problem auch ohne KI mit einer einfachen Regel oder einem bestehenden Werkzeug gelöst wird, braucht es keinen KI-Use-Case, sondern die schlichtere Lösung. Auch wenn weder Daten noch ein klarer Nutzen erkennbar sind, ist es zu früh für eine Use-Case-Bewertung und ehrlicher, den Bedarf erst zu schärfen.

Branchen, die das nutzen

  • Großhandel: einen Use-Case für Nachbestellprognosen sauber vom Wunschdenken trennen.
  • Personaldienstleistung: die Vorauswahl von Bewerbungen als eng umrissenen, prüfbaren Fall beschreiben.
  • Energieversorger: Lastprognosen als Use-Case mit klaren Datenquellen und Grenzen definieren.
  • Kanzleien: Dokumentenrecherche als Fall mit Vertraulichkeitsanforderungen fassen.

Typische Anwendungsfälle

  • Eine strukturierte Beschreibung von Problem, Daten und erwartetem Ergebnis.
  • Eine Bewertung nach Nutzen, Aufwand, Datenzugang und Risiko.
  • Ein Vergleich mehrerer Use-Cases in einer nachvollziehbaren Matrix.
  • Eine Erfolgsdefinition, an der ein Pilot gemessen wird.
  • Eine Einordnung, ob ein Fall unter den EU AI Act fällt.

Entscheidungshilfe

Entscheidungshilfe
SignalKI-Use-Case passtAlternative
Idee ist vage, Nutzen unklarUse-Case sauber beschreibenBedarf erst schärfen
Problem lässt sich mit einer Regel löseneher nichteinfache Lösung wählen
Mehrere Ideen, ein BudgetUse-Cases vergleichend bewertennach Bauchgefühl entscheiden
Fall betrifft Personen und RechteUse-Case plus EU-AI-Act-PrüfungStart ohne Einordnung ist riskant

Beispiel

Ein Großhändler will Bestellmengen mit KI planen. Wir beschreiben den Fall präzise: welche Daten vorliegen, wer betroffen ist und was ein gutes Ergebnis wäre. Im Vergleich mit zwei anderen Ideen zeigt sich der klarste Nutzen und der geringste Aufwand. Der Fall geht in einen kleinen Piloten. Das Beispiel beschreibt die Methode, keine behauptete Kundenkennzahl.

Verbindung zu Services

Use-Cases entstehen und werden priorisiert in der KI-Potenzialanalyse. Der tragfähigste Fall geht danach in die KI-Implementierung, bei rechtlicher Unsicherheit vorher in die EU-AI-Act-Beratung.

Quellen

Diese Einordnung beschreibt gängige Bewertungspraxis für Anwendungsfälle. Aussagen zum EU AI Act sind allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung; sie müssen im Einzelfall gegen die aktuell geltenden Rechtstexte geprüft werden.

Verwandte Themen

  • KI-Potenzialanalyse
  • Proof of Concept
  • KI-Roadmap

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FAQ

Wie erkenne ich einen guten Use-Case?
Er ist eng beschrieben, hat klaren Nutzen, verfügbare Daten und eine prüfbare Erfolgsdefinition. Fehlt eines davon, ist der Fall entweder zu groß oder noch nicht reif.
Braucht jeder Use-Case einen Piloten?
Nein. Manche Fälle lassen sich vorab so klar bewerten, dass ein direkter Umsetzungsschritt reicht. Ein Pilot lohnt, wenn echte Unsicherheit über Machbarkeit oder Nutzen besteht.
Was, wenn ein Use-Case unter den EU AI Act fällt?
Dann gehört die Einordnung von Risikoklasse und Pflichten vor den Bau. Das schützt vor Nacharbeit und macht früh klar, welche Auflagen die Umsetzung tragen muss.